Bei der Wahl des Vorhangstoffs wird oft nur auf Farbe oder Preis geachtet. Tatsächlich beeinflusst der Stoff aber, wie das Licht in einem Raum fällt, wie ruhig es nachts ist und sogar, wie gut der Raum in den kälteren Monaten die Wärme speichert. Textur, Gewicht und Webart spielen eine wichtige Rolle – und das nicht immer auf den ersten Blick.
Leinen eignet sich am besten, wenn der Raum atmen muss.

Leinen wirkt nicht erdrückend. Es mildert das Tageslicht, anstatt es vollständig auszusperren. Deshalb findet man Leinen-Vorhänge häufig in Wohnzimmern oder Räumen, die keine vollständige Verdunkelung benötigen, aber dennoch von Privatsphäre und einer angenehmen Atmosphäre profitieren.
Sie knittern zwar leicht – aber das stört die meisten nicht. In manchen Interieurs wirkt es sogar vorteilhaft. Der Stoff fügt sich harmonisch in ein bewohntes, nicht künstlich inszeniertes Zuhause ein. Oft ist er sogar das Element, das dem Raum den letzten Schliff verleiht.
Samt ist nicht nur für Theater oder historische Häuser geeignet

Viele denken, Samt wirke zu formell, doch das hängt von der Verwendung ab. In modernen Schlaf- oder Arbeitszimmern sorgen Samtvorhänge für genau die richtige Ruhe. Sie dämpfen Straßengeräusche, verdunkeln die Ecken und verleihen dem Raum – sowohl optisch als auch akustisch – eine gewisse Schwere.
Ja, es erfordert mehr Pflege. Und es ist schwerer für die Stange. Wenn es aber auf Komfort oder Privatsphäre ankommt, ist Samt die beste Wahl. Manche verwenden ihn saisonal und tauschen ihn aus, wenn die Temperaturen sinken.
Baumwolle ist einfach – aber genau das ist manchmal das Ziel.

Es ist nichts Verwerfliches daran, auf Bewährtes zu setzen. Baumwollvorhänge sind unkompliziert. Sie lassen sich leicht waschen, einfach austauschen und sind in mehr Ausführungen erhältlich als die meisten anderen Stoffe auf dem Markt.
Baumwolle ist zwar nicht die luxuriöseste Option und wirkt selten dramatisch. Doch in Spielzimmern, Mietwohnungen oder Hauswirtschaftsräumen erfüllt sie ihren Zweck, ohne aufzufallen. In manchen Wohnungen dient sie sogar als dezente Unterlage für ausdrucksstärkere Dekorationen.
Funktion zuerst – Stil folgt dann.
Manche Räume müssen vor der Sonne geschützt werden. Andere benötigen Wärmedämmung. Einige wenige brauchen vielleicht einfach nur eine Textur, die gut zu Holz oder Stein passt. Der Vorhangstoff sollte in erster Linie diesen Bedürfnissen gerecht werden, erst dann sollten Designentscheidungen getroffen werden.
Leinen-Vorhänge eignen sich beispielsweise nicht für ein nach Westen ausgerichtetes Zimmer, das sich mittags stark aufheizt. Samt ist in feuchten Klimazonen möglicherweise nicht atmungsaktiv. Baumwolle wirkt in einem Raum, der Wärme oder mehrere Lagen benötigt, eher unpassend.
Es gibt selten den einen perfekten Stoff. Manche eignen sich besser als andere, je nachdem, welche Funktion der Raum bereits erfüllt.
Vor dem Kauf immer im tatsächlichen Licht testen.
Es ist einfach, Vorhänge aus einem Katalog oder von einem Bildschirm auszuwählen, doch das Tageslicht verändert alles. Ein Stoff, der auf Fotos sauber aussieht, kann in der Abendsonne grünlich wirken. Andere fühlen sich im Freien womöglich zu steif an.
Testen Sie nach Möglichkeit Stoffproben für die Vorhänge. Der richtige Stoff sieht nicht nur gut aus – er fühlt sich an, als wäre er schon immer da gewesen.



